19.09.2026 | 5 Min

Die sieben Todsünden: Alte Regeln für ein besseres Miteinander?

Hochmut, Neid, Zorn – die sieben Todsünden klingen zunächst nach Religionsunterricht. Felix Früchtl sieht darin aber etwas, das auch heute noch nützlich sein kann: eine Gelegenheit, das eigene Verhalten zu hinterfragen. In der neuen Folge von Geldverständlich spricht er darüber, warum ihn diese alten Begriffe immer wieder beschäftigen.

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  1. Was sind die sieben Todsünden überhaupt?

Die sieben Todsünden stehen nicht als fertige Liste in der Bibel. Sie entwickelten sich über Jahrhunderte aus christlichen Überlegungen zu menschlichen Lastern. Die heute bekannte Liste umfasst Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit.

Felix ist selbst nicht religiös. Trotzdem schaut er sich diese Begriffe gelegentlich wieder an. Für ihn sind sie weniger Vorschriften als Fragen an sich selbst: Wie gehe ich mit anderen Menschen um? Was treibt meine Entscheidungen an? Und wo schade ich mir oder meinem Umfeld durch mein Verhalten?

  1. Hochmut und Habgier: Wenn Status und Geld zum Maßstab werden

Hochmut zeigt sich für Felix dort, wo Menschen sich über andere stellen oder ständig beweisen wollen, was sie besitzen und erreicht haben. Erfolg und Stolz auf die eigene Arbeit sind dabei nicht das Problem. Entscheidend ist, ob man anderen deshalb mit weniger Respekt begegnet.

Ähnlich sieht er die Habgier. Geld ist wichtig: Es schafft Sicherheit und eröffnet Möglichkeiten. Wenn es jedoch zum einzigen Ziel wird, geraten andere Dinge leicht aus dem Blick. Felix meint, dass sich ein gutes Geschäft nicht allein daran messen sollte, wie viel Geld es einbringt, sondern auch daran, wie es zustande kommt und welchen Wert es schafft.

  1. Wollust und Zorn: Wie gehen wir mit anderen um?

Der Begriff Wollust wirkt heute altmodisch. Felix versteht darunter vor allem die Frage, ob man andere Menschen respektvoll behandelt oder nur die eigenen Wünsche in den Mittelpunkt stellt. Auch bei diesem Laster geht es für ihn um Maß und Rücksicht.

Zorn dürfte dagegen jeder kennen. Sich über Ungerechtigkeit oder eine politische Entscheidung zu ärgern, ist menschlich. Schwierig wird es, wenn Wut jede Diskussion bestimmt und man sich von jeder neuen Schlagzeile aufbringen lässt. Felix fragt sich deshalb, wie man eine klare Meinung vertreten kann, ohne den respektvollen Umgang miteinander zu verlieren.

  1. Völlerei und Neid: Mehr haben – und trotzdem unzufrieden sein

Völlerei meint ursprünglich maßloses Essen und Trinken. Felix denkt dabei auch an Lebensmittel, die gekauft und anschließend weggeworfen werden. In einer Gesellschaft, in der vieles jederzeit verfügbar ist, lohnt sich für ihn die Frage, wie bewusst wir mit dem umgehen, was wir haben.

Neid beginnt oft mit einem Vergleich: Jemand anderes hat den besseren Job, mehr Geld oder bereits etwas erreicht, das man sich selbst wünscht. Felix hält es für hilfreicher, daraus Neugier zu machen. Statt sich über den Erfolg anderer zu ärgern, könnte man fragen, wie sie dorthin gekommen sind – und was man selbst daraus lernen kann.

  1. Trägheit: Erholung und Weiterentwicklung gehören zusammen

Mit Trägheit meint Felix nicht, dass jeder freie Moment produktiv sein muss. Erholung ist wichtig. Seine Kritik richtet sich eher gegen das Gefühl, dauerhaft beschäftigt zu sein, ohne sich mit etwas auseinanderzusetzen, das einem wirklich wichtig ist.

Das Handy liefert jederzeit Ablenkung. Gerade deshalb kann es guttun, die eigene Zeit bewusst zu nutzen: etwas lernen, sich bewegen, ein Vorhaben angehen oder einfach einmal in Ruhe nachdenken. Felix’ Gedanke ist, innerhalb der eigenen Möglichkeiten aktiv zu bleiben – körperlich und geistig.

Fazit

Die sieben Todsünden müssen für Felix keine religiösen Regeln sein. Er sieht in ihnen einen Anstoß zur Selbstprüfung: Begegne ich anderen mit Respekt? Gehe ich bewusst mit Geld und Dingen um? Lasse ich mich von Neid oder Wut leiten?

Nicht jeder wird alle sieben Begriffe heute gleich passend finden. Gerade darüber möchte Felix ins Gespräch kommen: Welche dieser alten Laster sind für dich noch aktuell – und welches würdest du heute anders beschreiben?

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