- Mindset-Frage: Leistungskultur oder Komfortkultur?
Hinter der Debatte steckt weniger eine juristische oder kalendarische Frage, sondern eine Haltung:
Wollen wir ein Land sein, das seine wirtschaftlichen Probleme durch mehr Freizeit „löst“, während andere Standorte Tempo machen?
Oder ein Land, das sagt: Feiertage bleiben, wie sie sind – aber wir verschieben nicht die Spielregeln, nur weil ein Datum mal ungünstig aufs Wochenende fällt?
Statt Feiertage nachzuholen, wäre es konsequenter, über echte Leistungsanreize, Entbürokratisierung, bessere Rahmenbedingungen und Wertschätzung für diejenigen zu sprechen, die das System tragen – inklusive derer, die an Feiertagen und Wochenenden arbeiten.
Andere Länder: Manche schaffen Feiertage sogar ab
Während hierzulande über zusätzliche freie Tage gesprochen wird, haben andere Länder Feiertage bereits reduziert oder abgeschafft, um ihre Wirtschaft zu stärken.
Auch in Deutschland wurde schon darüber diskutiert, Feiertage aus wirtschaftlichen Gründen zu streichen – ohne dass das flächendeckend umgesetzt wurde.
Der Punkt ist nicht: „Alle Feiertage abschaffen.“
Sondern: „Lasst Feiertage so, wie sie sind – regional unterschiedlich, historisch gewachsen – aber hört auf, in einer Krise darüber nachzudenken, wie man noch mehr arbeitsfreie Tage kreiert.“
Wer mehr Feiertage will, kann theoretisch in ein Bundesland mit mehr kirchlichen Feiertagen ziehen – muss dann aber auch höhere Lebenshaltungskosten und andere Rahmenbedingungen mittragen.
Schluss: Danke, aber bitte ohne zusätzliche Freitage in die Krise
Am Ende des Jahres bleibt ein doppelter Appell:
Persönlich: Nutze die bestehenden Feiertage, erhole dich, verbringe Zeit mit Familie und Freunden – dafür sind sie da.
Gesellschaftlich: Lass uns aufhören, in einer wirtschaftlichen Ausnahmesituation über zusätzliche bezahlte Auszeiten zu diskutieren, während Motivation und Leistungsbereitschaft im Land ohnehin erodieren.