- Der Strandkorb: nichts Verbotenes, aber kein Gespür für die Lage
Fangen wir fair an: Amthor hat nichts falsch gemacht. Er hat ein Amt erreicht, das er angestrebt hat, und freut sich darüber. Das ist ein Karrieresprung, und den gönne ich ihm. Den Strandkorb hat er nach allem, was bekannt ist, selbst bezahlt. Dann darf er dort auch einen Strandkorb, ein Rennrad oder eine Skulptur hinstellen – juristisch ist das nicht angreifbar.
Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack. Wer weiß, dass eine ZDF-Doku potenziell ein Millionenpublikum erreicht und viral gehen kann, muss doppelt und dreifach überlegen, was er zeigt. Gerade dann, wenn die eigene Partei in manchen Bundesländern kaum noch eine Rolle spielt.
In einer Zeit, in der Sprit an der Zapfsäule teuer ist, viele sich das kaum noch leisten können und über ein paar Cent Entlastung gerungen wird, wirkt ein großzügiges Büro mit Strandkorb eben dekadent.
Mein Rat wäre gewesen: „Nein, das zeige ich nicht.“ Nicht, weil es verboten ist, sondern weil es in der aktuellen Stimmung keinen schlanken Fuß macht. Das Ergebnis ist das Gefühl: die da oben, wir da unten.