05.09.2026 | 5 Min

Sommerurlaub und Stillstand: Wer kümmert sich um die Kunden?

„Ich bin jetzt erst mal drei Wochen im Urlaub. Danach muss ich meine Mails aufarbeiten – sprechen wir am besten in vier Wochen noch mal.“

Solche Antworten hört Felix Früchtl im Sommer nach eigener Erfahrung immer häufiger. Zwischen Juli und September werden Entscheidungen verschoben, Projekte bleiben liegen und Ansprechpartner sind schwer erreichbar. In der neuen Folge von Geldverständlich fragt er sich: Gehört das zur Urlaubszeit dazu – oder haben wir uns zu sehr daran gewöhnt, dass im Sommer vieles warten muss?

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  1. Urlaub ist wichtig – aber wer übernimmt in der Zwischenzeit?

Felix stellt eines klar: Jeder soll Urlaub machen und sich erholen können. Gerade von Arbeitnehmern kann niemand erwarten, dass sie in ihrer freien Zeit berufliche Anrufe beantworten oder Mails bearbeiten.

Schwierig wird es für ihn dort, wo mit einer Person gleich ein ganzer Vorgang verschwindet. Ein Ansprechpartner ist weg, die Vertretung ebenfalls, und für die Freigabe ist jemand zuständig, der erst Wochen später zurückkommt. Für Kunden macht es dann kaum einen Unterschied, warum nichts vorangeht: Sie warten auf eine Leistung, für die sie bezahlen.

Felix’ Punkt ist deshalb nicht, dass niemand fehlen darf. Unternehmen sollten so organisiert sein, dass Anfragen auch während der Urlaubszeit beantwortet und wichtige Aufgaben weiterbearbeitet werden können.

  1. Kunden warten nicht unbegrenzt

Ein Kunde, der einen Dienstleister beauftragen möchte, hat oft einen konkreten Zeitplan. Wird ihm gesagt, dass frühestens in einigen Wochen darüber gesprochen werden kann, fragt er möglicherweise beim nächsten Anbieter an.

Dabei muss nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden. Häufig würde schon eine klare Antwort helfen: Wer kümmert sich um das Anliegen? Was kann vor dem Urlaub noch erledigt werden? Und wann gibt es eine verbindliche Rückmeldung?

Aus Felix’ Sicht zeigt sich gerade in solchen Momenten, wie ernst ein Unternehmen seine Kunden nimmt. Wer erreichbar bleibt, eine Vertretung organisiert oder einen realistischen Termin nennt, schafft Vertrauen. Wer Anfragen einfach liegen lässt, riskiert dagegen, dass aus einer Geschäftschance ein Auftrag für die Konkurrenz wird.

  1. Der Urlaub beginnt nicht schon eine Woche vor der Abreise

Felix beobachtet, dass Aufgaben manchmal bereits vor dem eigentlichen Urlaub aufgeschoben werden. Statt ein Projekt noch abzuschließen, heißt es: „Nächste Woche bin ich weg, das machen wir danach.“ Nach der Rückkehr warten dann volle Postfächer, offene Entscheidungen und neue Termine. Die Erholung ist schnell wieder verflogen.

Sein Vorschlag: In der verbleibenden Arbeitszeit bewusst prüfen, was noch fertig werden kann. Vielleicht lässt sich ein Angebot versenden, eine Entscheidung einholen oder eine Aufgabe so übergeben, dass andere während der Abwesenheit weitermachen können.

Es geht Felix dabei nicht um mehr Arbeitsstunden. Er spricht vor allem davon, die vorhandene Zeit gut zu nutzen und Kunden nicht länger warten zu lassen als nötig.

  1. Für Selbstständige gelten andere Voraussetzungen

Besonders kritisch sieht Felix die Situation bei Selbstständigen, die ihr Geschäft allein führen. Sie können nicht immer eine Kollegin oder einen Kollegen als Vertretung einsetzen. Bleiben Anfragen während ihres Urlaubs vollständig unbeantwortet, kann ihnen ein Auftrag entgehen.

Felix findet deshalb, dass Selbstständige für wichtige Chancen einen Weg finden sollten, erreichbar zu bleiben. Das kann bereits eine kurze Antwort sein: „Ich bin diese Woche im Urlaub. Lassen Sie uns direkt für Anfang nächster Woche einen Termin vereinbaren.“

Ob und wie viel Erreichbarkeit im Urlaub sinnvoll ist, muss jeder Selbstständige selbst entscheiden. Felix’ Gedanke dahinter: Wer das eigene Geschäft aufbaut, sollte zumindest wissen, wie mit neuen Anfragen während einer Abwesenheit umgegangen wird.

  1. Steht im Sommer wirklich alles still?

Felix hat den Eindruck, dass sich wichtige Entscheidungen zunehmend auf die Zeit nach den Sommerferien verschieben. Im September müssen dann erst Mails und Meetings nachgeholt werden. Kaum läuft alles wieder, nähert sich bereits das Jahresende.

Ob die deutsche Wirtschaft dadurch tatsächlich monatelang stillsteht, lässt sich aus persönlichen Erfahrungen nicht belegen. Die Frage, die Felix aufwirft, bleibt trotzdem relevant: Was passiert mit Projekten und Kundenanliegen, wenn im Sommer viele Menschen gleichzeitig fehlen?

Seiner Ansicht nach braucht es dafür nicht unbedingt längere Arbeitszeiten. Klare Zuständigkeiten, rechtzeitige Übergaben und verbindliche Rückmeldungen könnten schon viel bewirken.

Fazit

Urlaub ist nötig – und Kunden brauchen trotzdem Verlässlichkeit. Felix plädiert dafür, vor einer Abwesenheit möglichst viel abzuschließen und für offene Anliegen eine klare Lösung zu finden. Gerade für Selbstständige und Unternehmer ist das auch eine Frage, wie sie mit Geschäftschancen umgehen.

Wie erlebst du die Sommermonate? Läuft bei dir alles weiter – oder werden Entscheidungen regelmäßig auf den Herbst verschoben?

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